3-Ebenen-Theorie

Die Theorie der drei Ebenen ist ein Versuch amaTheranischer Philosophen, den Aufbau der Welt zu beschreiben. Wie auch im religiösen Leben der amaTheraner verankert gehen sie davon aus, dass die gesamte Existenz sich über drei Ebenen verteilt, in denen jedes Lebewesen jeweils eine Komponente besitzt, die zusammengenommen das gesamte Wesen ausmachen.

 

Ich will alle drei Komponenten und Seinsebenen sowie ihre Entwicklung hier kurz anreißen, im Untermenü finden sich dann jeweils längere Ausführungen zu den einzelnen Teilen.

 

amsa, csiya und lemna

 

Die amaTheranische Terminologie benennt als Komponenten eines Wesens, speziell des Menschen, amsa, csiya und lemna. amsa gehört zur offensichtlichsten Ebene, der Sphäre oder dem Beständigen. Wir würden amsa am ehesten als 'Körper' übersetzen und die Sphäre entspricht dem, was man im westlich-modernen Weltbild als das gesamte Universum annehmen würde, spezieller gebraucht dem Planeten, auf dem man lebt.

 

Für einen amaTheraner ist amsa nur ein Teil seines gesamten Wesens und die Sphäre nur eine Schicht einer dreiteiligen Welt. Alle drei Ebenen existieren dabei gleichzeitig, ineinander und trotzdem voneinander getrennt. Ihr Verhältnis zueinander wird oft in einem Gleichnis als eine Hohlkugel (die Sphäre) beschrieben, in deren Kern sich eine weitere Kugel (der Traum, siehe unten) befindet. Der Raum zwischen der massiven Kugel im Kern und der Hohlkugel außen wird als Leere bezeichnet.

 

Im Traum, der als ältester Teil der Schöpfung betrachtet wird, existiert das sogenannte lemna. Es macht den Teil eines Wesens aus, der träumen kann, spontan und emotional handelt und entscheidet und das Faszination oder Abscheu hervorrufen kann. Schönheit oder Hässlichkeit sind für einen amaTheraner kein Ding des 'Körpers' sondern gehören zu einer Komponente des Menschen, die für die Augen verborgen ist. Sie werden mit 'dem zweiten Herzen' wahrgenommen, einem postulierten lemna-Organ, das entweder Harmonien oder Disharmonien zwischen einem selbst und jemand anderem feststellt und über emotionale Färbungen und Gefühlseindrücke vermittelt.

 

In der Leere befindet sich die Komponente csiya. Ihr wird die Vermittlerrolle zwischen amsa und lemna zugesprochen, es verbindet beide Teile das Leben lang bis zum Tod und bildet obendrein eine Art Verarbeitungszentrale. Eindrücke sowohl des Traumes als auch der Sphäre werden hier gespeichert, erinnert, verarbeitet und mit neuen Eindrücken verglichen. csiya erkennt Muster, erkennt schonmal Gesehenes wieder und verarbeitet und sortiert kontinuierliche alle einströmenden Informationen.

 

Es trifft jedoch keine Entscheidungen. Die können nur von amsa und lemna getroffen werden. amsa entscheidet in sekundenbruchteilen lebenserhaltende Dinge, reagiert auf Schmerz und Gefahr durch Bewegung. lemna hingegen fällt Entscheidungen auf Basis der im csiya gespeicherten Vorerfahrungen, aber immer unter Einbezug der emotionalen Bedeutung der Fakten und der Folgen.

 

So sehr wie sich csiya und lemna in ihrer Konzeption vom amsa unterscheiden, unterscheiden sich auch Traum und Leere von der Sphäre. Während in der Sphäre alles einem kontinuierlichen Ablauf der Zeit unterworfen ist, der chemische Reaktionen, Sinneswahrnehmung und das Verhalten von System aller Art bestimmt, und der Raum eine gleichmäßige Ausdehnung hat (zumindestens da, wo Menschen ihn derzeit wahrnehmen und mit ihrem Mitteln untersuchen), besitzen Traum und Leere andere Konzeptionen von Zeit und Raum.

 

Der Traum wird auch das Unbeständige genannt wegen der Annahme, dass alles, was im Traum existiert, nur eine Sammlung von Möglichkeiten ist. Allein nur ein einzelner Augenblick für sich ist in seinen Dimensionen festgelegt, mit seinem Vorüberschreiten kann sich die Existenz samt allem, das sie umfasst, gänzlich oder auch nur minimal ändern, jedoch nie gleich bleiben. Das bedeutet, dass für ein und dasselbe Wesen unzählige mögliche Erscheinungsformen sowie für alles jede mögliche räumliche Anordnung innerhalb nicht wahrnehmbarer Zeiteinheiten wechselt. Dieser Wechsel erfolgt mit knapp unter 5,39124 · 10−44 s Abstand.

 

Für die Wahrnehmung heißt das, dass nichts konstant ist. Man kann zwar seinen Wahrnehmungsfokus auf den Traum richten und luzid träumen oder in meditativen Zuständen darauf zugreifen, aber der 'nackte Traum' ist angeblich etwas, dass unterschiedlichste Krankheiten nach sich ziehen kann, die bei uns alle in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung enden würden. Statt dessen ist es jedoch auch möglich, den Traum symbolhaft wahrzunehmen - also im Grunde so etwas wie einen Browser zu benutzen, um aus dem nackten Code eine aufbereitete graphische Oberfläche zu schaffen.

 

Die Leere wiederum kennt zwar eine kontinuierliche Zeit, aber keinerlei räumliche Ausdehnung. Auf sie kann man seine Wahrnehmung nicht konzentrieren, da das csiya der Ort ist, an dem alle Wahrnehmung gespeichert und analysiert wird, selbst aber über keine Sinnesorgane verfügt.

 

Dafür scheint jedoch die Nicht-Räumlichkeit der Leere, glaubt man den amaTheranern, gewisse seltsame Eigenschaften aufzuweisen, die Phänomene wie Religion und die Entwicklung von Massenüberzeugungen erklären könnte.

 

Dazu jedoch, wie zu allem anderen, mehr bei den Unterpunkten.