Leere und csiya

In der 3-Welten-Theorie ist die Leere der Bestandteil der Existenz mit dem jüngsten Entstehungsdatum. Die Theorie besagt, dass vor Entstehen der Beständigen Welt es keine Existenz außerhalb der Unbeständigen Welt gab. Mit dem Entstehen der Sphäre jedoch gab es ein solches Außerhalb und es entstand eine Grenze dazwischen, ein nur durch den Übergang von Einem zum Anderen definierter Raum.

 

Mit der Zeit jedoch 'driftete' die Beständige Welt fort vom Traum und die Grenze, die per Definition keine Ausdehnung haben durfte, erhielt eine Ausdehnung - jedoch eigentlich nur im übertragenen Sinne, denn es gibt weder räumliche noch zeitliche Dimensionen in der sogenannten Leere.

 

Jedoch verlaufen durch diese Grenzzonen Bestandteile der Welt und der Lebewesen, die die Körper der Beständigen Welt mit dem lemna der Unbeständigen Welt verbinden. Man nimmt an, dass die Leere dabei eine seltsame nicht-wirklich-geometrische Geometrie aufweist. Würde man sie sich als einen zweidimensionalen Raum vorstellen, ergäbe sich mit den hineingezeichneten Verbindungen zwischen Körpern und lemna so etwas wie ein Escherkachelbild. Die Zwischenräume zwischen den Komponenten von Lebewesen, vor allem von Menschen, nehmen exakt die Form an wie das Positiv. Das heißt, die nicht von Menschen angefüllten Teile der Leere nahmen so etwas wie Menschenform an.

 

Viele amaTheranische Philosophen gehen davon aus, dass durch dieses Prinzip religiöse Konzepte Macht entfalten. Die Leere nimmt die Form dessen an, was Menschen sind und was Menschen über die Welt denken, und die so entstehenden Negativ-Kopien der Menschen-Positive entwickeln eine Art Eigenleben und beeinflussen wiederum die Menschen.

Tod der ersten Welt

Eine Ausformulierung der bislang zusammengefassten Regeln beinhaltet auch die Vorstellung, dass die als Sphäre bekannte Welt schon die zweite Beständige Welt ist. Im Rahmen dieser Theorie geht man davon aus, dass eine Beständige Welt sich nahezu unendlich weit vom Traum entfernen kann. Dazu muss im Grunde nur die Anzahl der Verbindungen zwischen Körper und lemna weit genug reduziert werden, dann dehnt sich die Leere von alleine aus und treibt die Welten auseinander. Für die Lebewesen einer solchen Welt hieße das, dass sie zunehmend die Fähigkeit zum Träumen verlieren und keine Emotionen mehr empfinden können, dabei zugleich von ihren eigenen Gedanken und Erinnerungen extrem bedrängt werden, die im Grunde in der Leere wiederhallen und Echos erzeugen.

 

Das Endprodukt dieser Entwicklung wäre, dass die Beständige Welt gänzlich erlischt oder zumindestens sich soweit entfernt, dass die Leere die Unbeständige Welt bedrohen würde. Da die Leere ursprünglich nur eine Grenze war, definiert sie sich dadurch, dass sie von allen Seiten her begrenzt wird und nur die Zwischenzone zwischen zwei verschiedenen Existenzebenen darstellt. Sollte die Begrenzung in einer Richtung wegfallen, wäre dieses grundlegende Gesetz gebrochen und die einzig vorstellbare Konsequenz wäre der Zusammenbruch aller Existenz, ob Unbeständig oder Beständig.

 

Da die erste Beständige Welt angeblich auf ein solches Schicksal zusteuerte wurde eine zweite Beständige Welt erschaffen. Dadurch wurde die erste Welt vom Traum abgenabelt und dem Tod überlassen, während in der neuen Unbeständigen Welt eine permanente Sorge dem Versuch gilt, sie nicht zu weit vom Traum abdriften zu lassen. Vermutlich waren die Pfade, die im Traum angelegt wurden, ein solcher Versuch, die Sphäre an den Traum zu ketten, indem sie immer wieder gezielt miteinander verbunden werden. Manche Personen, die dieser Philosophie anhängen, wie die illegalen Namen der Insel Ladan, sehen sogar Terror gerechtfertigt um die Menschen das Staunen und auch die Angst vor den Urkräften des Traums nahezubringen.